Am frühen Morgen des 21. Mai durchsuchte die österreichische Polizei in einer groß angelegten Aktion 23 Wohnungen und Büroräume von Tierschutzorganisationen und nahm 10 Tierschützer fest.
Anschuldigungen gegen konkrete Straftaten gegen die Verhafteten liegen bisher nicht vor, lediglich der Verdacht auf Mitgliedschaft in einer “kriminellen Vereinigung”. Etwa fünf Insassen sind seitdem in Hungerstreik, darunter DDr. Martin Balluch, Obmann des “Vereins gegen Tierfabriken”, den sie fortsetzen wollen bis die Untersuchungshaft beendet wird oder die Anschuldigungen konkretisiert werden. Die Hausdurchsuchungen mit teils gezogenen Waffen wurden mit Vorwürfen in Zusammenhang mit einem Buttersäurenanschlag, dem Verkleben eines Schlosses sowie der Bedrohung einer Pressesprecherin des Pelz-vertreibenden Unternehmens “Kleider Bauer” legitimisiert. Durch die Beschlagnahmung diverser Unterlagen und Einrichtungsgegenständen sind auch die nicht beschuldigten Tierschutzorganisationen wie der Verein gegen Tierfabriken, der Wiener Tierschutzverein und RespekTiere in Mitleidenschaft gezogen, wodurch die Tierschutzarbeit stark beeinträchtigt wurde. Unterdessen finden in Österreich, Deutschland und anderen Ländern Protestkundgebungen statt. Die österreichischen Grünen fordern die Freilassung der Tierschützer aus der Untersuchungshaft.
Quellen:
- Die Zeit, 28.05.2008: “Operation Pelztier”
- DiePresse.com, 26.05.2008: “Tierschützer in Haft: Grüne orten Fehler bei Ermittlungen”