Prof. Dr. Tibor R. Machan in Heidelberg
Am 13. Juli durften wir Prof. Dr. Tibor R. Machan im Philosophischen Seminar der Universität Heidelberg begrüßen. Der Philosoph aus Kalifornien hielt einen Vortrag zum Thema “The Myth of Animal Rights”. Wie man dem Titel entnehmen kann, stellen “Tierrechte” für Machan einen Mythos dar, ein Konstrukt, das sich nicht begründen lässt. Machan nahm Stellung sowohl zu Tom Regans Tierrechtsphilosophie als auch zu Einwänden an seiner Tierrechtskritik. Regans Tierrechte werden mit Hinweis auf John Lockes Begründung der Menschenrechte negiert, die als Basis für Rechte die moralische Natur des Menschen vorsieht, welche Tieren nicht eigen ist. Dem Einwand, dass es auch Menschen ohne die Fähigkeit zu moralischem Handeln gibt, wie z. B. Kleinkinder oder geistig Kranke, begegnet er mit dem Hinweis, dass sich die “moralische Natur” immer auf den Normalzustand, also den erwachsenen, gesunden Menschen bezieht. Für Machan zählt nicht die Charakterisierung des Individuums, sondern des Typus, d. h. hier: der Spezies. Der darwinistischen Auffassung, dass der Mensch auch nur eine von vielen Spezies ist, stimmt er zu. Doch nichtsdestotrotz unterscheide der Mensch sich durch seine Fähigkeit zum moralischen Handeln von anderen Tieren, was der Darwin’schen Biologie nicht widerspricht. Auch in den Grundlagen des Singer’schen Utilitarismus sieht er keine normative Stellungnahme gegenüber Tieren. Jedoch, so Machan, habe der Mensch Verantwortung gegenüber Tieren, auch wenn sich für diese keine Rechte begründen lassen.
(Für den Fall, dass Ihre Verbindungsgeschwindigkeit für eine flüssige Wiedergabe des Vortragsvideos nicht ausreicht, steht hier dasselbe Video in niedrigerer Auflösung für Sie bereit.)
Prof. Machan ist Inhaber des R. C. Hoiles Chair der Wirtschaftsethik an der Chapman Universität in Orange, Kalifornien, und Autor zahlreicher Papers und Bücher wie z. B. „Putting Humans First, Why We Are Nature’s Favorite“ (2004) und „Do Animals Have Rights?“ (1991).
Weiterführende Verweise: