Prof. Dr. Tibor R. Machan in Heidelberg
Am 13. Juli durften wir Prof. Dr. Tibor R. Machan im Philosophischen Seminar der Universität Heidelberg begrüßen. Der Philosoph aus Kalifornien hielt einen Vortrag zum Thema “The Myth of Animal Rights”. Wie man dem Titel entnehmen kann, stellen “Tierrechte” für Machan einen Mythos dar, ein Konstrukt, das sich nicht begründen lässt. Machan nahm Stellung sowohl zu Tom Regans Tierrechtsphilosophie als auch zu Einwänden an seiner Tierrechtskritik. Regans Tierrechte werden mit Hinweis auf John Lockes Begründung der Menschenrechte negiert, die als Basis für Rechte die moralische Natur des Menschen vorsieht, welche Tieren nicht eigen ist. Dem Einwand, dass es auch Menschen ohne die Fähigkeit zu moralischem Handeln gibt, wie z. B. Kleinkinder oder geistig Kranke, begegnet er mit dem Hinweis, dass sich die “moralische Natur” immer auf den Normalzustand, also den erwachsenen, gesunden Menschen bezieht. Für Machan zählt nicht die Charakterisierung des Individuums, sondern des Typus, d. h. hier: der Spezies. Der darwinistischen Auffassung, dass der Mensch auch nur eine von vielen Spezies ist, stimmt er zu. Doch nichtsdestotrotz unterscheide der Mensch sich durch seine Fähigkeit zum moralischen Handeln von anderen Tieren, was der Darwin’schen Biologie nicht widerspricht. Auch in den Grundlagen des Singer’schen Utilitarismus sieht er keine normative Stellungnahme gegenüber Tieren. Jedoch, so Machan, habe der Mensch Verantwortung gegenüber Tieren, auch wenn sich für diese keine Rechte begründen lassen. (more…)
Hojjat-ul-Islam Dr. Seyyed Mahammad Nasser Taghavi in Heidelberg

Am 5. Juli 2007 sprach Herr Hojjat-ul-Islam Dr. Seyyed Mahammad Nasser Taghavi im Hegelsaal des Philosophischen Seminars der Universität Heidelberg zum Thema “Tierrechte im Islam”. Dr. Taghavi ist stellvertretender Vorsitzender des Islamischen Zentrums Hamburg und hochrangiger Gelehrter des schiitischen Islam. Der Vortrag fand in persischer Sprache statt und wurde synchron von Herrn Dr. M. Djavad Mohagheghi, einem mitgereisten Dolmetscher, ins Deutsche übersetzt.
Dr. Taghavi leitete seinen Vortrag zunächst mit Grundvoraussetzungen ein, z. B. dass im Islam das Leben an sich oberstes Gebot sei. Alle Lebewesen besäßen Rechte, wobei gleiches Recht für alle Lebewesen gilt. Die Rechte der Tiere müssen ebenso beachtet werden, wie die des Menschen, allerdings hat der Mensch die höchste Form der Vervollkommnung (der Schöpfung) erreicht. (more…)
Introduction
In the concern about how human beings treat animals, whether as pets, as prospective nourishment, or for medical research or experimentation, one school, led by Professor Tom Regan, has proposed the idea that animals have rights like human beings do, [1] while another school, under the leadership of Professor Peter Singer, has proposed that the well being of animals should be considered in a utilitarian assessment of how they ought to be treated. [2] I aim to argue here that the concept of “rights” has not be shown to apply to animals in anything like the way it applies to human beings. Looking at the conceptual foundation of basic rights, especially a la John Locke, rights are founded on the moral nature of human beings, specifically on their moral agency. They identify, as the late Robert Nozick put it, our moral space. Given that animals have not been shown to possess moral agency, the basis of ascribing to them rights of the sort human beings possess is lacking. As to the utilitarian case associated with Peter Singer, I will only mention, briefly, that Singer’s ultimate foundation for ethics does not support any kind of normative stance toward animals, given that he is fundamentally a non-cognitivist or conventionalist. [3] I shall develop these ideas and consider some objections to my position. (more…)
Tierversuche, bzw. ihre Richtigkeit oder Notwendigkeit, werden immer stärker diskutiert. Angeregt wird diese Diskussion meist von Seiten des Tierschutzes, nicht selten wird sie sehr hitzig geführt. Es existieren aber nur vereinzelt Aussagen und Meinungen zum Thema aus Sicht der Praktiker, also von Menschen, die Tierversuche durchführen, sie für richtig, ja notwendig halten.
Wir hatten die seltene Gelegenheit mit einem tierexperimentell arbeitenden Doktoranden über seine Arbeit und die Problematik der Tierversuche zu sprechen. Die Antworten gab Patrick Harenberg, ein Medizinstudent der Universität Heidelberg, der auch in der Fachschaft engagiert ist. Die Fragen formulierten Bernd Schälling, Alexandra Breunig, Florian Fruth und Jürgen Schneele. (more…)