In Artikel 23 Absatz 1 der EU Richtlinie 86/609/EEC [Link] ist festgeschrieben, dass die EU Kommission die Entwicklung und Validierung von Alternativmethoden fördern soll und geeignete Maßnahmen trifft, um die Forschung auf diesem Gebiet zu fördern. Um diesem Auftrag Folge zu leisten, haben die Europäische Kommission und verschiedene Staaten Zentren für die Validierung von Alternativmethoden etabliert. (more…)
Am 8. und 9. März 2007 fand die 12. Internationale Fachtagung zum Thema Tierschutz in Rechtsetzung und Vollzug in Nürtingen statt. Die Tagung wurde gemeinsam von der Fachgruppe Tierschutzrecht der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e. V, der Hochschule Nürtingen sowie der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz veranstaltet. Die Themen der insgesamt 20 Vorträge reichten von kognitiven Fähigkeiten von Tieren, Management von Überwachungs- und Dokumentationsmaßnahmen, rechtlichen Fragestellungen wie Tiertötung bis zu speziellen Fällen wie die Haltung von Zierfischen in Diskotheken. (more…)
Katharina Blesch interviews Prof. Dr. Marc Bekoff
Marc Bekoff is one of the leading behavioral-scientists. As ethologist he illustrates the emotional lives of animals and makes it an issue of scientific and public discussion. His work contributes to the better understanding of animals as our fellow beings and is, hence, of major importance for animal ethics.
Blesch: At what point in your life did you understand that you want to become an ethologist and work together with animals?
Bekoff: When I was a young child – my parents told me I always asked what animals were thinking and what they were feeling.
Blesch: What is the biggest mistake humans commit in the relation with other animals? Is our way of watching and describing them too rational, i.e. lacking of sympathy and emotions, or too irrational, i.e. a result of speciecism?
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Grundsätzlich haben wir die Möglichkeit, uns Fragen der Ethik religiös-intuitiv oder rational-wissenschaftlich zu nähern. Am Anfang der ersteren Betrachtungsweise stehen religiöse Dogmen oder Intuitionen, über die wir nicht mehr diskutieren können. Man nimmt sie an oder nicht. Entsprechend endet in diesem Fall spätestens dort die ethische Diskussion.
Oder man versucht auf rational-wissenschaftlicher Ebene vorzugehen und ist bereit, alles in Frage zu stellen und sich nur auf handfeste wissenschaftliche Fakten zu beziehen. Birnbacher (2006) geht in seiner Analyse dieses Zugangs ganz automatisch davon aus, dass nur ein Utilitarismus den Ansprüchen eines rationalen Zugangs genügen kann. Die einzige Grundlage, zwischen gut und schlecht zu unterscheiden, ist dabei das subjektive Empfinden jedes einzelnen Wesens, das empfinden kann. Setzen wir also eine Handlung, dann müssen wir deren Konsequenzen betrachten. Die gute Empfindung jedes Wesens – das Glücksgefühl – als Folge dieser Handlung wird addiert, die schlechte Empfindung – das Leiden – jedes Wesens wird subtrahiert. Bleibt ein positives Ergebnis war die Handlung gut, bei einem negativen Ergebnis schlecht. Die ethisch ideale Handlung minimiert das Leiden und maximiert das Glücksgefühl, bzw. maximiert die Differenz zwischen Glücksgefühl und Leid.
So weit so gut. Auf den ersten Blick scheint diese Lösung sehr einfach und begrüßenswert. Warum sollte maximales Glücksgefühl und minimales Leid nicht ein Idealziel sein? Die meisten Menschen, die im Tierschutz aktiv sind, sind wahrscheinlich durch den Anspruch Leiden zu minimieren motiviert. Bei näherem Hinsehen ergeben sich allerdings zahllose Probleme. (more…)