Es ist nicht zu übersehen, Heiligabend steht bevor. Einer nach dem anderen öffnen die Weihnachtsmärkte und Heerscharen von sich trotz wärmstem November in Deutschland seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahre 1861 in Weihnachtsstimmung befindlichen Menschen bevölkern die Städte. Nichtsdestotrotz hat der Dezember auch für den an Tierethik Interessierten noch einiges zu bieten.
Am 5. Dezember spricht Dr. Jörg Luy, Juniorprofessur für Tierschutz und Ethik am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin, an der Universität Münster im Rahmen der Ringvorlesung „Die Frage nach dem Tier“ zum Thema „Tierärztliche und juristische Fragen – Aspekte des tierschutzethischen Forschungsbedarfs“. Die Ringvorlesung wird veranstaltet vom dortigen Centrum für Bioethik in Zusammenarbeit mit der Münsteraner Initiative Tierrechte e.V. und läuft noch bis zum 6. Februar.
Mit neuen molekulargenetischen Methoden versucht Prof. Dr. Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig am 7. Dezember Fragen nach der Entstehung des Menschen und dem Unterschied zwischen uns und unseren nächsten tierlichen Verwandten, den afrikanischen Menschenaffen, zu beantworten. Der Vortrag trägt den Titel „Menschwerdung aus genetischer Sicht“ und findet statt im Rahmen des Heidelberg Forum on the Biosciences and Society, einem Gemeinschaftsprojekt des European Molecular Biology Laboratory (EMBL), des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, wessen erklärtes Ziel die Annährung von Wissenschaft und Gesellschaft ist.
Gleich zwei Seminare zu Alternativmethoden zu Tierversuchen finden Anfang Dezember in Berlin statt.
Vom 7. bis zum 8. Dezember veranstaltet das Institut für Pharmazie der Freien Universität Berlin den 4th Practical Training Course on Alternative Test Methods: Reproductive Toxicology. Vorlesungen von ausgewiesenen Experten an den beiden Vormittagen folgen gemäß Programm jeweils praktische Trainingseinheiten, in denen zuvor vorgestellte in vitro Methoden eingeübt werden sollen.
Unter der Überschrift „Irritation, multiple Exposition und Heilung im Ex Vivo Eye Irritation Test (EVEIT): eine Alternative zu Tierversuchen am Auge“ steht das am 8. Dezember im Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stattfindende 67. ZEBET-Seminar mit Prof. Dr. med. Norbert Schrage von der Augenklinik Köln Merheim. Die Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch (ZEBET) wurde 1989 mit dem Ziel gegründet, für eine möglichst konsequente Umsetzung des bereits 1959 von Russel und Burch aufgestellten 3R-Prinzips („Replace, Reduce, Refine“) einzustehen.
Pünktlich zu Neujahr werde ich dann über bedeutende Veranstaltungen zur Tierethik und verwandten Disziplinen im Jahr 2007 berichten. Hinweise sind herzlich willkommen.
Internetverweise:
Ringvorlesung „Die Frage nach dem Tier“
Heidelberg Forum on the Biosciences and Society
4th Practical Training Course on Alternative Test Methods: Reproductive Toxicology
Irritation, multiple Exposition und Heilung im Ex Vivo Eye Irritation Test (EVEIT): eine Alternative zu Tierversuchen am Auge