Tierethik – Animal Ethics




November 30, 2006

„Tierschutz und Wissenschaft Hand in Hand“

Filed under: Proceedings,ScienceAlexandra Breunig @ 2:28 am

PD Dr. med. vet. Franz P. Gruber in Heidelberg

Franz P. GruberDie Kooperation zwischen der Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft Tierethik und der Interfakultären Biomedizinischen Forschungseinrichtung der Universität Heidelberg ermöglichte am 29. November einen Vortrag zum Thema “Tierschutz und Wissenschaft Hand in Hand: Das 3R-Prinzip“. Der Präsident der schweizerischen Dorenkamp- Zbinden-Stiftung, Chefredakteur des Periodikums ALTEX (Alternatives to Animal Experimentation) und Privatdozent der Universität Konstanz, Dr. Franz P. Gruber, verschaffte dem Publikum einen Einblick in die Forschung nach Alternativen zum Tierversuch.

Der Veterinär stellte das 3R-Prinzip vor, wessen Ziel es ist, Tierversuche zu ersetzen (“replace“), die Anzahl der Tiere in Experimenten zu senken (“reduce“) und das Leid der Versuchstiere zu minimieren (“refine“). Das Prinzip ermögliche eine Zusammenarbeit zwischen Tierschutz und Wissenschaft, um die Tierversuchszahlen und das Tierleid gemeinsam zu senken. Es hielt bereits Einzug in die EU-Richtlinien, nationale Gesetzgebungen sowie in die Europäische Wissenschaftsgesellschaft. Einen Schritt weiter gehen die Grundsätze der schweizerischen Wissenschaftsgemeinschaften, indem sie angesichts schwer belastender Versuche Wissensverzicht üben.Franz P. Gruber

Als Beispiel für “Replacement” diente u. a. der Test potenziell pyrogener Substanzen anhand von fluoreszierenden Markern in Zellkulturen, der Tests an Kaninchen ersetzte. Einen Beitrag zur “Reduction” leistet die QSAR-Technik, die anhand von Computersimulationen die Wirkung von Molekülen auf Rezeptoren weitgehend voraussagen und somit viele gefährliche Stoffe im Vorfeld herausfiltern könne. Als Ansatz zum “Refinement” wurde der “humane endpunkt” diskutiert, das Einschläfern totgeweihter Versuchstiere, um ihnen den leidvollen natürlichen Tod bzw. die leidvolle Endphase davor zu ersparen.

Dr. Gruber appellierte des Weiteren dafür, in der universitären Ausbildung die zur Verfügung stehenden Alternativen wie schmerzlose Eigenversuche wahrzunehmen.

Die anschließende Fragerunde wurde moderiert von Dr. Jürgen Weiß, versuchstierkundlicher Leiter der Interfakultären Biomedizinischen Forschungseinrichtung der Universität Heidelberg.

Die Folien des Vortrags gibt es hier, ein Interview mit Herrn Dr. Gruber hier
und weitere Informationen unter: http://www.ag-tierethik.de/vortraege.htm

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