June 27, 2010
Die Interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft Tierethik (IAT) der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ist derzeit leider nicht aktiv. Entsprechend wird auch dieser Blog nicht fortgeführt. Die bisherigen Beiträge sind jedoch weiterhin online verfügbar. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.ag-tierethik.de
Unfortunately, the Interdisciplinary Study Group on Animal Ethics at Heidelberg University is currently not active. Therefore, this blog is not continued. However, the articles published so far will continue to be available online. For more information, please see www.ag-tierethik.de
October 30, 2008

Der Philosoph und Physiker Dr. Dr. Martin Balluch ist Obmann und Kampagnenleiter des österreichischen Vereins Gegen Tierfabriken
Martin Balluch studierte Mathematik, Physik, Astronomie und Philosophie an den Universitäten Wien und Heidelberg und war als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Cambridge tätig. Heute widmet er sich ganz dem Tierschutz und wurde in diesem Zusammenhang am 21. Mai 2008 zusammen mit neun anderen Aktivisten unterschiedlicher Tierschutzorganisationen im Zuge einer österreichweiten Razzia durch die Polizei festgenommen. Den festgenommenen Tierschutzaktivisten wird von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt die Bildung einer kriminellen Organisation vorgeworfen. Am 2. September 2008 wurde Martin Balluch gemeinsam mit den bis dahin noch acht übrigen Inhaftierten auf Weisung der Oberstaatsanwaltschaft Wien aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Verhaftung von Martin Balluch und den anderen Tierschützern wurde international kritisiert und führte insbesondere zu einer öffentlichen Diskussion über den zugrunde liegenden so genannten „Mafiaparagraphen“ (§278a StGB, „Kriminelle Organisation“). (more…)
July 16, 2008
A committee of the Spanish government, concerned with environmental issues, has recommended that Spain “give” rights to these animals. The committee is being guided in its thinking about this issue by philosophers Peter Singer (USA) and Paola Cavalieri (Italy) who are directors of the Great Ape Project. (more…)
July 6, 2008
My discipline, philosophy, is often lambasted for being too abstract, for not dealing with concrete matters, for not being practical. Socrates took a lot of flack for devoting much of his time to searching for fundamental principles and definitions of prominent ideas, such as justice, truth, and virtue. I’d be very rich if I had a buck for each time someone has told me over the decades that philosophy is useless. (more…)
May 31, 2008
Am frühen Morgen des 21. Mai durchsuchte die österreichische Polizei in einer groß angelegten Aktion 23 Wohnungen und Büroräume von Tierschutzorganisationen und nahm 10 Tierschützer fest.
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December 9, 2007
Michael N. Forster: Menschen und andere Tiere; Über das Verhältnis von Mensch und Tier bei Tomasello; DZPhil 55 (2007) 5, S. 761-767.
Forster setzt sich in seinem Aufsatz mit dem Verhältnis zwischen Menschen und anderen Tieren auseinander, das der Psychologe und Sprachtheoretiker Michael Tomasello in verschiedenen Publikationen (1) zur Sprache bringt.
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November 30, 2007
Franz M. Wuketits: „Mord“ bei und an Tieren; in: Aufklärung und Kritik 2 /1007. S. 207-212.; Norbert Hoerster: Es gibt keinen „Mord an Tieren“; Aufklärung und Kritik 1/2007, S. 239-242; Franz Wuketits greift in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „Aufklärung und Kritik“ die Frage auf, ob der Begriff „Mord“ auf das Töten von Tieren anwendbar ist. Er bezieht sich dabei auf Norbert Hoersters in der vorherigen Ausgabe erschienene Kritik an der Tierethik Karlheinz Deschners. Als Aufhänger der Diskussion dient ein bereits 2004 erschienenes Sonderheft[1] der Zeitschrift, das sich dem Werk Deschners widmet, der vor allem durch seine radikale Kirchenkritik[2] bekannt wurde.
Hoerster äußert sich in Heft 1/2007 kritisch zu der überwiegend positiven Resonanz auf Deschners Äußerungen zur Tierethik[3], die seiner Ansicht nach lediglich auf einen „Mangel an Rationalität“ und „bloße Stimmungsmache“ zurückzuführen sind. Deschner gehe von einem allgemeinen moralischen und rechtlichen Verbot des Tötens von Tieren zum Fleischverzehr aus, das sich nicht verteidigen lasse. „Man muss nur seinen Verstand ein wenig bemühen“, so Hoerster, um die empirischen Tatsachen zu erkennen, die Deschners Ansicht widerlegen. (more…)
October 20, 2007
Der schwierige Stand der Tiere – gibt es einen Ausweg aus der Dissonanz?
Nie standen nichtmenschliche Tiere so sehr im Mittelpunkt unserer Gesellschaft. Nie waren sie dem Menschen so nahe wie heute. Nie war der Mensch so abhängig von ihnen wie in dieser Zeit.
Seien es Blindenhunde, Tiere, die in der Therapie eingesetzt werden, Polizei- und Spürhunde, Pferde, die es Eltern ermöglichen, ihren Kindern ein Hauch von Freiheit zu erkaufen, niedliche Zooinsassen oder schlicht unsere geliebten Haustiere – der Mensch von heute kann nicht mehr ohne sie. Ganz zu schweigen von den die Tieren, die wir nicht auf emotionaler, sondern auf wirtschaftlicher, technischer oder wissenschaftlicher Ebene einsetzen. (more…)
August 31, 2007
Im August 2007 erschien im Harald Fischer Verlag der Tagungsband “Tierrechte – Eine interdisziplinäre Herausforderung”.
Auf 295 Seiten informieren international renommierte Autorinnen und Autoren über den aktuellen Stand der Tierrechtsdebatte in den Natur- und Geisteswissenschaften.
295 Seiten
ISBN 978-3-89131-417-3
Verkaufspreis: 22,00 €
Mit Beiträgen von Markus Wild, Hanno Würbel, Hanna Rheinz, Helmut F. Kaplan, Tom Regan, Peter S. Wenz, Mylan Engel Jr., Antoine F. Goetschel, Jörg Luy, Eisenhart von Loeper, Kurt Remele, Silke Bitz, Raymond Corbey, Renate Rastätter, Carl Cohen und Eugen Drewermann.
Zielgruppe sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende, Lehrerinnen und Lehrer, Personen aus Tierschutz und Politik, andere Interessierte und insbesondere Schul- und Universitätsbibliotheken. Ihnen allen wollen wir mit unserem Tagungsband eine fachlich breit gefächerte Informationsquelle über den aktuellen Stand der Tierrechtsdebatte in Deutschland und in der Welt für Forschung, Unterricht und Arbeit an die Hand geben.
Noch heute versandkostenfrei online bestellen.
August 12, 2007
Seit 1991 beschäftige ich mich mit Tierrechten und der Befreiung der Tiere. Es begann mit einem Artikel mit dem Titel „Do Animals Have Rights?“. Diesen habe ich geschrieben, nachdem ich erfahren hatte, dass ein Kollege, Tom Regan, mit „The Case for Animal Rights“ (University of California Press, 1983) ein viel beachtetes Buch veröffentlicht hat. Seit ich meine Dissertation über dieses Thema verfasst habe, schreibe ich über die Theorie natürlicher Rechte und wollte deshalb endlich einmal klar sagen, was bei dieser Tierrechtsdebatte eigentlich Sache ist. (more…)
Dieses Jahr erschien der Sammelband “The Animals Reader – The Essential Classic and Contemporary Writings” im Verlag Berg (Oxford/New York). Die Herausgeber Linda Kalof und Amy Fitzgerald geben einen Überblick über das Verhältnis zwischen Menschen und anderen Tieren, der von Aristoteles bis zu Cyborgs reicht. Die sechs Kapitel vereinen richtungsweisende Aufsätze aus Philosophie, Ethik, Anthropologie, Natur- und Rechtswissenschaften, Geschichte und Soziologie.
July 23, 2007
Prof. Dr. Tibor R. Machan in Heidelberg
Am 13. Juli durften wir Prof. Dr. Tibor R. Machan im Philosophischen Seminar der Universität Heidelberg begrüßen. Der Philosoph aus Kalifornien hielt einen Vortrag zum Thema “The Myth of Animal Rights”. Wie man dem Titel entnehmen kann, stellen “Tierrechte” für Machan einen Mythos dar, ein Konstrukt, das sich nicht begründen lässt. Machan nahm Stellung sowohl zu Tom Regans Tierrechtsphilosophie als auch zu Einwänden an seiner Tierrechtskritik. Regans Tierrechte werden mit Hinweis auf John Lockes Begründung der Menschenrechte negiert, die als Basis für Rechte die moralische Natur des Menschen vorsieht, welche Tieren nicht eigen ist. Dem Einwand, dass es auch Menschen ohne die Fähigkeit zu moralischem Handeln gibt, wie z. B. Kleinkinder oder geistig Kranke, begegnet er mit dem Hinweis, dass sich die “moralische Natur” immer auf den Normalzustand, also den erwachsenen, gesunden Menschen bezieht. Für Machan zählt nicht die Charakterisierung des Individuums, sondern des Typus, d. h. hier: der Spezies. Der darwinistischen Auffassung, dass der Mensch auch nur eine von vielen Spezies ist, stimmt er zu. Doch nichtsdestotrotz unterscheide der Mensch sich durch seine Fähigkeit zum moralischen Handeln von anderen Tieren, was der Darwin’schen Biologie nicht widerspricht. Auch in den Grundlagen des Singer’schen Utilitarismus sieht er keine normative Stellungnahme gegenüber Tieren. Jedoch, so Machan, habe der Mensch Verantwortung gegenüber Tieren, auch wenn sich für diese keine Rechte begründen lassen. (more…)
July 17, 2007
Hojjat-ul-Islam Dr. Seyyed Mahammad Nasser Taghavi in Heidelberg

Am 5. Juli 2007 sprach Herr Hojjat-ul-Islam Dr. Seyyed Mahammad Nasser Taghavi im Hegelsaal des Philosophischen Seminars der Universität Heidelberg zum Thema “Tierrechte im Islam”. Dr. Taghavi ist stellvertretender Vorsitzender des Islamischen Zentrums Hamburg und hochrangiger Gelehrter des schiitischen Islam. Der Vortrag fand in persischer Sprache statt und wurde synchron von Herrn Dr. M. Djavad Mohagheghi, einem mitgereisten Dolmetscher, ins Deutsche übersetzt.
Dr. Taghavi leitete seinen Vortrag zunächst mit Grundvoraussetzungen ein, z. B. dass im Islam das Leben an sich oberstes Gebot sei. Alle Lebewesen besäßen Rechte, wobei gleiches Recht für alle Lebewesen gilt. Die Rechte der Tiere müssen ebenso beachtet werden, wie die des Menschen, allerdings hat der Mensch die höchste Form der Vervollkommnung (der Schöpfung) erreicht. (more…)
July 15, 2007
Introduction
In the concern about how human beings treat animals, whether as pets, as prospective nourishment, or for medical research or experimentation, one school, led by Professor Tom Regan, has proposed the idea that animals have rights like human beings do, [1] while another school, under the leadership of Professor Peter Singer, has proposed that the well being of animals should be considered in a utilitarian assessment of how they ought to be treated. [2] I aim to argue here that the concept of “rights” has not be shown to apply to animals in anything like the way it applies to human beings. Looking at the conceptual foundation of basic rights, especially a la John Locke, rights are founded on the moral nature of human beings, specifically on their moral agency. They identify, as the late Robert Nozick put it, our moral space. Given that animals have not been shown to possess moral agency, the basis of ascribing to them rights of the sort human beings possess is lacking. As to the utilitarian case associated with Peter Singer, I will only mention, briefly, that Singer’s ultimate foundation for ethics does not support any kind of normative stance toward animals, given that he is fundamentally a non-cognitivist or conventionalist. [3] I shall develop these ideas and consider some objections to my position. (more…)
July 10, 2007
Tierversuche, bzw. ihre Richtigkeit oder Notwendigkeit, werden immer stärker diskutiert. Angeregt wird diese Diskussion meist von Seiten des Tierschutzes, nicht selten wird sie sehr hitzig geführt. Es existieren aber nur vereinzelt Aussagen und Meinungen zum Thema aus Sicht der Praktiker, also von Menschen, die Tierversuche durchführen, sie für richtig, ja notwendig halten.
Wir hatten die seltene Gelegenheit mit einem tierexperimentell arbeitenden Doktoranden über seine Arbeit und die Problematik der Tierversuche zu sprechen. Die Antworten gab Patrick Harenberg, ein Medizinstudent der Universität Heidelberg, der auch in der Fachschaft engagiert ist. Die Fragen formulierten Bernd Schälling, Alexandra Breunig, Florian Fruth und Jürgen Schneele. (more…)
June 22, 2007
In der Vorrede zur Dialektik der Aufklärung warnen Max Horkheimer und Theodor W. Adorno eindringlich davor, die Besinnung auf das Zerstörerische des Fortschritts dessen Gegnern zu überlassen (vgl. 5). Gewiss: Der Frankfurter Schule ging und geht es um eine kritische Sicht und insbesondere emanzipatorische Fortentwicklung der Gesellschaft. Dennoch drängte sie stets in gleichem Maße auf einen differenzierten Fortschrittsbegriff, der die dialektische Verschlingung von zivilisatorischem progress und „Fortschritt in Ungleichheit und neuer Barbarei“ (Greven 115) erfasst. Das Projekt Aufklärung, das – konventionell betrachtet – in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert seinen Anfang nahm, dürfe nicht – so die Kritische Theorie – auf bloß instrumentelle Vernunft reduziert, gleichsam vom emanzipatorischen Impetus entkoppelt werden. Wenig verwunderlich ist, dass sich Horkheimer und Adorno im Rahmen ihrer düsteren Bestandsaufnahme von Aufklärung, Fortschritt und Vernunft auch mit der Mensch-Tier-Beziehung auseinandersetzen. Allerdings erschöpft sich ihre Reflexion nicht in blankem Entsetzen angesichts des unermesslichen Leids, welches der Mensch dem Tier zufügt. Sie demonstrieren ferner, dass die barbarische Verdinglichung von Menschen ihren Anfang im Umgang des Menschen mit Tieren nimmt. Solch verhängnisvollem Denken und Wahrnehmen in Stereotypen setzten sie – und das ist meine dritte These – ein Beispiel für spontane Erfahrung und unmittelbare zwischenmenschliche Beziehungen in Form von verspielter Tiermetaphorik entgegen. Die liebevolle gegenseitige Anrede mit Tiernamen ist nicht zuletzt ein Zeugnis ihrer Humanität. (more…)
June 5, 2007
Prof. Dr. Jean-Claude Wolf in Heidelberg
Am 10. Mai gab Jean-Claude Wolf seiner ehemaligen Universität die Ehre und hielt am Philosophischen Seminar der Universität Heidelberg einen Vortrag zum Thema Tierrechte. “Rechte von Tieren – Argumente pro und contra” lautete der Titel seiner Vorlesung, die einen Überblick über die modernen Argumente und Argumentationsweisen bot, und dem Zuhörer somit den Stan
d der heutigen Tierrechtsdiskussion nachvollziehen ließ. Einleitend stellte Prof. Wolf die Gründe für die Ablehnung von Tierrechten, sowohl von Seiten der Bevölkerung als auch und hauptsächlich von Seiten der Wissenschaft, vor. Darauf aufbauend wurden Fragen in den Raum gestellt, die auch für Befürworter der Tierrechtsidee offen oder zumindest umstritten bleiben: Wenn Tiere, ebenso wie der Mensch, Rechtsträger sein können, für welche Tierarten gelten dann welche Rechte? Wo sind Grenzen zu ziehen und welche Gründe gibt es dafür? Die vorgestellten Antworten zeigten, dass es nicht unmöglich ist, Antworten auf diese brisanten Fragen zu finden – wenn auch immer ein gewisser Zweifel mitschwingt. Besondere Betonung legte Prof. Wolf abschließend auf die Interpretationen bestimmter Ausdrücke, die in ihrer Auslegung zentral für die Diskussion um Tierrechte und Tierethik sind: die Deutung der Begriffe “unnötiges Leiden” und des “Instrumentalisierungsverbot” von Tieren im allgemeinen. (more…)
May 6, 2007
In der Forschung zu Alternativen zu Tierversuchen geht es darum, den Versuchstieren Leiden zu ersparen. Replace, Reduce, Refine: ersetze Tierversuche, wo es möglich ist, durch alternative Methoden. Reduziere die Anzahl der Tierversuche. Wenn Versuche durchgeführt werden, verbessere die Konditionen für die Tiere. Dieses 3-R-Prinzip ist darauf ausgerichtet, die Situationen tausender Versuchstiere erträglicher zu gestalten und die Anzahl der Tiere, die für Versuche verwendet werden, heute und in Zukunft zu reduzieren. Doch was ist mit dem Leben des einzelnen Tiers? Was ist mit der einzelnen Ratte, die sich heute in einem Versuchlabor befindet und an der heute Versuche durchgeführt werden? (more…)
April 30, 2007
Tierrechts- und Tierschutzorganisationen vertreten oft radikale Postitionen. Meist sind ihre Forderungen noch weit von realen Zuständen entfernt und werden nicht selten in der Öffentlichkeit nicht verstanden oder belächelt.
Wie entstehen diese Postionen? Warum werden sie von Anhängern des Tierschutzes so vehement gefordert? Wie kann eine Annäherung von Tierschützern an die Wissenschaften gelingen? Was wünschen sich Tierschutzorganisitionen von den Wissenschaften, um ihre Ziele zu erreichen?
Es gibt viele offene Fragen. Im Interview mit Dr.-Ing. Kurt Simons, dem Vorsitzenden des Bundesverbands “Menschen für Tierrechte e. V.” und Dr. med. vet. Corina Gericke vom Bundesverband “Ärzte gegen Tierversuche e. V.” versucht Jürgen Schneele, ein paar Antworten zu bekommen. (more…)
April 20, 2007
Ein Interview mit Herrn Dr. rer. nat. Rainer Nobiling, Tierschutzbeauftragter und Professor am Institut für Physiologie und Pathophysiologie der Universität Heidelberg.
Die Fragen stellten Alexandra Breunig und Rainer Ebert. (more…)
March 20, 2007
In Artikel 23 Absatz 1 der EU Richtlinie 86/609/EEC [Link] ist festgeschrieben, dass die EU Kommission die Entwicklung und Validierung von Alternativmethoden fördern soll und geeignete Maßnahmen trifft, um die Forschung auf diesem Gebiet zu fördern. Um diesem Auftrag Folge zu leisten, haben die Europäische Kommission und verschiedene Staaten Zentren für die Validierung von Alternativmethoden etabliert. (more…)
March 18, 2007
Am 8. und 9. März 2007 fand die 12. Internationale Fachtagung zum Thema Tierschutz in Rechtsetzung und Vollzug in Nürtingen statt. Die Tagung wurde gemeinsam von der Fachgruppe Tierschutzrecht der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e. V, der Hochschule Nürtingen sowie der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz veranstaltet. Die Themen der insgesamt 20 Vorträge reichten von kognitiven Fähigkeiten von Tieren, Management von Überwachungs- und Dokumentationsmaßnahmen, rechtlichen Fragestellungen wie Tiertötung bis zu speziellen Fällen wie die Haltung von Zierfischen in Diskotheken. (more…)
March 17, 2007
Katharina Blesch interviews Prof. Dr. Marc Bekoff
Marc Bekoff is one of the leading behavioral-scientists. As ethologist he illustrates the emotional lives of animals and makes it an issue of scientific and public discussion. His work contributes to the better understanding of animals as our fellow beings and is, hence, of major importance for animal ethics.
Blesch: At what point in your life did you understand that you want to become an ethologist and work together with animals?
Bekoff: When I was a young child – my parents told me I always asked what animals were thinking and what they were feeling.
Blesch: What is the biggest mistake humans commit in the relation with other animals? Is our way of watching and describing them too rational, i.e. lacking of sympathy and emotions, or too irrational, i.e. a result of speciecism?
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March 15, 2007
Grundsätzlich haben wir die Möglichkeit, uns Fragen der Ethik religiös-intuitiv oder rational-wissenschaftlich zu nähern. Am Anfang der ersteren Betrachtungsweise stehen religiöse Dogmen oder Intuitionen, über die wir nicht mehr diskutieren können. Man nimmt sie an oder nicht. Entsprechend endet in diesem Fall spätestens dort die ethische Diskussion.
Oder man versucht auf rational-wissenschaftlicher Ebene vorzugehen und ist bereit, alles in Frage zu stellen und sich nur auf handfeste wissenschaftliche Fakten zu beziehen. Birnbacher (2006) geht in seiner Analyse dieses Zugangs ganz automatisch davon aus, dass nur ein Utilitarismus den Ansprüchen eines rationalen Zugangs genügen kann. Die einzige Grundlage, zwischen gut und schlecht zu unterscheiden, ist dabei das subjektive Empfinden jedes einzelnen Wesens, das empfinden kann. Setzen wir also eine Handlung, dann müssen wir deren Konsequenzen betrachten. Die gute Empfindung jedes Wesens – das Glücksgefühl – als Folge dieser Handlung wird addiert, die schlechte Empfindung – das Leiden – jedes Wesens wird subtrahiert. Bleibt ein positives Ergebnis war die Handlung gut, bei einem negativen Ergebnis schlecht. Die ethisch ideale Handlung minimiert das Leiden und maximiert das Glücksgefühl, bzw. maximiert die Differenz zwischen Glücksgefühl und Leid.
So weit so gut. Auf den ersten Blick scheint diese Lösung sehr einfach und begrüßenswert. Warum sollte maximales Glücksgefühl und minimales Leid nicht ein Idealziel sein? Die meisten Menschen, die im Tierschutz aktiv sind, sind wahrscheinlich durch den Anspruch Leiden zu minimieren motiviert. Bei näherem Hinsehen ergeben sich allerdings zahllose Probleme. (more…)
February 7, 2007
Menschenwürde
Tierrechte werden üblicherweise im Zusammenhang bzw. im Vergleich mit Menschenrechten thematisiert. Das ist durchaus sinnvoll. Leider wird hierbei aber meist der verhängnisvolle Fehler begangen, gleich auch die Menschenwürde mit in die Diskussion zu ziehen. Dies ist deshalb fatal, weil der Begriff der Menschenwürde zu den nebulosesten Begriffen zählt, die es überhaupt gibt. Durch die Hereinnahme der Menschenwürde in die Diskussion um Tierrechte wird der ganze Themenbereich unnötig belastet, kompliziert und auf eine irrationale Ebene gebracht. Erschwerend kommt hinzu, daß der diffuse Begriff der Menschenwürde im Zusammenhang mit Menschenrechten nicht irgendeine, sondern eine ganz herausragende Rolle spielt: die Menschenwürde dient dazu, Menschenrechte zu begründen und zu rechtfertigen. (more…)
“Hinter Stereotypen und Slogans” ist wohl die treffendste Bezeichnung, mit der man das kürzlich gegründete Oxford Centre beschreiben kann. Am Puls der Zeit und in der Tradition christlicher Gelehrter und Philosophen eröffnete vor wenigen Wochen das nach dem spanischen Philosophen und Stierkampfgegner José Ferrater Mora benannte “Ferrater Mora Oxford Centre for Animal Ethics“. Ein bisher weltweit einmaliges Zentrum, das sich der Auseinandersetzung mit tierethischen Fragen und der moralischen Beziehung zwischen Mensch und Tier widmet. (more…)
January 20, 2007
Interviews sind gute Möglichkeiten, die eigenen Ideen und Standpunkte unverfälscht darzulegen und diese dem Leser zugänglich zu machen. Gerade für Vertreter junger Disziplinen ist dies eine Chance, die es sich zu ergreifen lohnt. Helmut Kaplan, Dominik Perler, Kurt Simons und Peter Singer, allesamt im Bereich der Tierethik tätig, nutzten in der letzten Zeit das Interview, um ihre Ideen zu erläutern. Es soll im Folgenden eine kurze Zusammenfassung besagter Interviews gegeben werden. (more…)
January 17, 2007
Sehr geehrte Damen und Herren -
Ich war positiv überrascht, eine Hauptseminarveranstaltung zum Thema “Mensch und Tier” im Lehrplan Ihres Seminars im Sommersemester 2006 zu sehen. Damit haben Sie einem Thema Raum und Orientierung gegeben, das von der traditionellen akademischen Philosophie bislang vernachlässigt oder erst gar nicht zur Kenntnis genommen wurde. (more…)
January 16, 2007
“(…) Marc Bekoff provides rational defense for what many of us already sense – that animals can feel sorrow, joy, anger, and pleasure much as we humans do.” This quotation of David Rothenburg, professor of philosophy, shows the respect and esteem that contemporary scientists offer the work of the biologist and ethologist Marc Bekoff. Bekoff is one of the leading behavioral scientists, who illustrates the emotional lives of animals and makes it an issue of scientific and public discussion. His work contributes to the better understanding of animals as our fellow beings. Not only are animals sentient beings, but the complexity of their emotions, and the profundity of their feelings are equivalent to emotional lives of human beings. This thesis, which Bekoff accentuates in his various articles and books, is not only of major importance for ethology as such, but also for philosophy, animal ethics and rights, and for the every-day manner in which animals get treatend and seen as. (more…)
January 12, 2007
Am 29. November 2006 veranstaltete die Interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft Tierethik in Kooperation mit der Interfakultären Biomedizinischen Forschungseinrichtung der Universität Heidelberg einen Vortrag zum Thema “Tierschutz und Wissenschaft Hand in Hand: Das 3R-Prinzip”. Referent war PD Dr. med. vet. Franz P. Gruber, Präsident der schweizerischen Dorenkamp-Zbinden-Stiftung, Chefredakteur des Periodikums ALTEX (Alternatives to Animal Experimentation) und Privatdozent der Universität Konstanz. Jürgen Schneele nutzte die Gelegenheit, um Herrn Dr. Gruber einige Fragen zu seiner Arbeit und zum Tier in der Forschung zu stellen. (more…)
January 9, 2007
In einem Vorlesungsverzeichnis des Sommersemesters 2006 war folgende Beschreibung eines Hauptseminars zu lesen:
“Nach einer gängigen Vorstellung ist es das Bewußtsein, das den Menschen von den (anderen) Tieren unterscheidet. Ausgehend von Descartes Behauptung, Tiere könnten vollständig als Automaten erklärt werden, soll es um die Frage gehen, was Bewusstsein ist und welche Gründe man hat, Tieren Bewusstsein zuzuschreiben. Anhand von ausgewählten historischen und gegenwärtigen philosophischen Texten soll nach den Konsequenzen für unseren ethischen Umgang mit Tieren sowie für das Selbstverständnis des Menschen gefragt werden.” (more…)
January 8, 2007
Neue Rundschau, 117. Jahrgang 2006, Heft 4
Die Frankfurter Zeitschrift für Kulturessayistik widmet sich in der Ausgabe 4/06 dem Themenschwerpunkt Mensch/Tier. (more…)
John Hadley: The Duty to Aid Nonhuman Animals in Dire Need; Journal of Applied Philosophy, Vol. 23, No. 4, 2006.
Hadley vertritt die These, dass die unter Moralphilosophen anerkannte Pflicht, fremden Menschen in höchster Not im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu helfen, auch auf wildlebende Tiere in vergleichbaren Situationen ausgeweitet werden muss. Er begründet seine Ansicht damit, dass Menschen und Tiere in äußersten Notsituationen, etwa nach einer ökologischen Katastrophe, gleichwertige fundamentale Bedürfnisse haben, die in beiden Fällen in erster Linie der Sicherung des Überlebens dienen und sich daher nicht grundlegend voneinander unterscheiden. (more…)
January 5, 2007
In May 2005 the British Nuffield Council on Bioethics published a voluminous report, titled “The Ethics of Research Involving Animals” (324 pages). (more…)
Am 2. Jänner 2007 war Peter Singer zu Gast in der Sendung “Menschen bei Maischberger”. Thema: “Wer hat ein Recht auf Leben?” (more…)
January 1, 2007
Pünktlich zu Neujahr werde ich im Folgenden wie versprochen einige Veranstaltungen mit Bezug zur Tierethik auflisten, die uns 2007 erwarten (more…)
December 22, 2006
Die Zeitschrift “Nature” ist eine der weltweit führenden Fachzeitschriften für Naturwissenschaften. Eines ihrer Hauptthemengebiete sind die Biowissenschaften. In diesem Forschungsbereich sind Tierversuche bekanntlich keine Seltenheit. Die “Nature” bietet somit eine Plattform, um Daten aus tierverbrauchenden Studien zu publizieren. Erfreulicherweise griff die “Nature” in ihrer Ausgabe 444 vom 14.12.06 das schwierige Thema “Tierversuche” mit einer Reihe interessanter Artikel auf nicht emotionaler Ebene auf. (more…)
December 18, 2006
Längst nicht alle Staaten besitzen ein Tierschutzgesetz. In der Bundesrepublik Deutschland ist dies der Fall [1]. Dieses Tierschutzgesetz erlaubt Tierversuche, es schränkt sie aber deutlich ein. Dennoch wurden im Jahre 2003 in der Bundesrepublik Deutschland 2.112.341 Wirbeltiere zu Versuchszwecken eingesetzt (durchschnittlich 5.787 Tiere pro Tag) [2]. Es stellt sich die Frage, wie es legal sein kann, wissenschaftliche Experimente an Tieren durchzuführen, obwohl doch eigens Gesetze mit dem Ziel geschaffen wurden, deren Schutz zu gewährleisten.
Der folgende Artikel soll zur Klärung beitragen. Er bietet eine Übersicht der gesetzlichen Regelungen zur Zulässigkeit und Durchführung von Versuchen an Tieren, gegliedert nach den einzelnen Bereichen, in denen sie stattfinden, oder sogar vorgeschrieben sind. (more…)
December 9, 2006
…aus dem Tierschutzbericht der Bundesregierung 2005 (mit Zahlen aus den Jahren 2002 und 2003) [1]
Tierversuche sind Realität. Bei der Erforschung von Krankheiten oder Entwicklung und Qualitätskontrolle von Arzneimitteln spielen sie eine große Rolle. Sie werden außerdem in der biologischen Grundlagenforschung, zu Zwecken des Verbraucherschutzes oder auch zur Aus- und Weiterbildung durchgeführt. Die moralischen Standpunkte zu Experimenten mit nichtmenschlichen Tieren sind sehr vielfältig [2] und sollen hier nicht diskutiert werden. Im folgenden Artikel sind Fakten zusammengestellt, um der Diskussion als objektive Grundlage ein Bild der momentanen Situation „Tierversuche in Deutschland“ zu liefern. (more…)
December 2, 2006
Es ist nicht zu übersehen, Heiligabend steht bevor. Einer nach dem anderen öffnen die Weihnachtsmärkte und Heerscharen von sich trotz wärmstem November in Deutschland seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen im Jahre 1861 in Weihnachtsstimmung befindlichen Menschen bevölkern die Städte. Nichtsdestotrotz hat der Dezember auch für den an Tierethik Interessierten noch einiges zu bieten. (more…)
November 30, 2006
PD Dr. med. vet. Franz P. Gruber in Heidelberg
Die Kooperation zwischen der Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft Tierethik und der Interfakultären Biomedizinischen Forschungseinrichtung der Universität Heidelberg ermöglichte am 29. November einen Vortrag zum Thema “Tierschutz und Wissenschaft Hand in Hand: Das 3R-Prinzip“. Der Präsident der schweizerischen Dorenkamp- Zbinden-Stiftung, Chefredakteur des Periodikums ALTEX (Alternatives to Animal Experimentation) und Privatdozent der Universität Konstanz, Dr. Franz P. Gruber, verschaffte dem Publikum einen Einblick in die Forschung nach Alternativen zum Tierversuch. (more…)
November 25, 2006
Dr. Eugen Drewermann im Interview mit Alexander Zehmisch.
Drei Fragen ausgehend von Eugen Drewermanns neuester Buchveröffentlichung „Atem des Lebens. Das Gehirn. Moderne Neurologie und die Frage nach Gott“ (erschienen im September 2006). (more…)
November 18, 2006
…- Ethik und Landwirtschaft: Einklang oder Gegensatz?”
Tagung am 28.9.2006 im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung Hessen in Wiesbaden
Nach dem Grußwort von Volker Hoff, Hessischer Staatsminister für Bundes- und Europa-Angelegenheiten, führte die Hessische Landestierschutzbeauftragte Dr. Madeleine Martin ins Thema ein und leitete zum ersten Abschnitt „Warum Tierschutz?“ der dreigliedrigen Tagung über. (more…)
November 12, 2006
Verfügen nichtmenschliche Tiere (im Folgenden wird der Einfachheit halber der Zusatz „nichtmenschlich“ weggelassen) über Emotionen und Gefühle? Wie lässt sich dies wissenschaftlich untersuchen?
Diese schlichten Fragestellungen bilden den Ausgangspunkt für den folgenden Artikel. In ihrer Formulierung und Erscheinung relativ eindeutig und klar, sind diese Fragen doch von großer Komplexität und bieten Konfliktpotential sowohl für die gesellschaftliche, wie auch die wissenschaftliche Diskussion zu diesem Thema. Ein zusätzlicher Aspekt zu der inhaltlichen Frage nach Emotion versus Gefühl bei Tieren wird im Folgenden die methodische Gegenüberstellung von Experiment und Anschauung sein. Zunächst werden die zwei aktuellen Arbeiten „Fundamental Feelings“ des Neurowissenschaftlers Antonio Damasio und „Do Animals Have Feelings?“ von Klaus Wilhelm herangezogen und als Basis für die Beschäftigung mit der Frage nach den Emotionen und Gefühlen der Tiere verwendet. In den darauffolgenden Abschnitten soll versucht werden, die verschiedenen Gedankengänge zu kombinieren, bzw. einander in ergänzender Weise gegenüberzustellen. (more…)
November 10, 2006

Im Sommersemester 2006 fand an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg eine Vorlesungsreihe zum Themenkomplex Tierrechte/Tierschutz/Tierethik mit wöchentlichen Vorträgen und Diskussionen statt. Veranstaltet wurde die Reihe von der Interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft Tierethik der Universität Heidelberg mit dem Ziel, ein möglichst breites Spektrum an Sichtweisen und Disziplinen vorzustellen und damit einen universitären sowie öffentlichen Diskurs zu einem Thema anzuregen, das hierzulande noch recht stiefmütterlich behandelt wird. (more…)